Coronavirus macht Versicherungslücken sichtbar

Aus meinem Betrieb als Versicherungsmakler und meiner Sicht als Kreisvorsitzender der MIT möchte ich folgendes beisteuern.

Rund 80% der deutschen Betriebe haben weniger als 10 Mitarbeiter und bilden in vielerlei Hinsicht das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Unsere Wirtschaftsleistung hängt maßgeblich an diesem nun Seidenen Faden.

Alle Betriebe, die gerade nicht Lebensmittel, Schutzmasken oder Desinfektionsmittel produzieren, melden mir einen Umsatzrückgang auf „Null“.

Alle Kunden fragen sehr besorgt, „wie sind wir dagegen versichert?“ Leider müssen wir fast immer antworten „gar nicht!“

Die derzeitigen Versicherungslösungen laufen ins Leere bzw. decken den Verlust nur teilweise:

• Versicherungslösung „Betriebsunterbrechung
• Versichert die Sachgefahren wie Feuer usw.

• Versicherungslösung „Betriebsschließung
• Versichert sind praktisch nur Betriebe aus den Bereichen Hotel- und Gaststätten, Lebensmittel und Heilwesen gegen den Ertragsausfall für 30 bis 60 Tage bei einer behördlich angeordneten Betriebsschließung nach dem Infektionsschutzgesetz.

• Versicherungslösung „Betriebsausfall
• Versichert den konkreten Ausfall des Inhabers wegen Krankheit oder Quarantäne. Meistens mit einer Karenzzeit von 2-3 Wochen oder länger

• Versicherungslösung „Mitarbeiterausfall
• Voraussetzung: Arbeitsunfähigekit (AU) eines Mitarbeiters wegen Krankheit. Versicherungsleistung ist das fortgezahlte Entgelt für diesen Mitarbeiter.

Das Kurzarbeitergeld geht in die richtige Richtung, geht aber nicht weit genug. Der Umsatzausfall muss „ganzheitlicher“ abgemildert werden.

Meine Forderung: Der Staat muss über die Finanzämter und die Sozialversicherungsträger dafür sorgen, dass unser Mittelstand vorübergehend von Ausgaben befreit wird. Im Rahmen der Jahresmeldungen findet später der Ausgleich statt. Das wirkt sofort am 25. März (SozVers) und am 10. April (LSt., UST.)

Aus meiner Sicht helfen Kredite und/oder Investitionszuschüsse überhaupt nicht! Kreditbeantragungen bei der Kfw müssen über die Hausbank laufen und/oder erfordern die volle aufwändige Bonitätsprüfung. Die Mithaftung der vermittelnden Bank ist ebenfalls ein Hemmschuh. Rettende Krediteinnahmen sehe ich daher frühestens in 2 bis 3 Monaten.

Mögliche Folgeprobleme der Krise:
Sofortige Betriebsaufgaben bzw. Insolvenzen (Deshalb: Kauft vor Ort! Support your local business)
Mittelfristige Betriebsaufgaben bzw. Zukunftsfrustration (Ältere Selbständige werden sich fragen, wieso soll ich weitermachen? Und potentielle Nachfolger werden sich fragen, wieso soll ich das weitermachen?)

Im Ergebnis sind die weiter wachsenden Risiken (Konkurrenzdruck, Effizienzdruck, Preisdruck, Fachkräftemangel) einer selbständigen oder unternehmerischen Tätigkeit sehr unwägbar geworden! Die aktuelle Lage zeigt aber gerade, wie wichtig die Versorgung vor Ort ist! „China ist zu weit weg, wenn Du Hunger hast oder krank wirst“

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